Die Nutzung öffentlicher Sportstätten in Hamburg ist seit Jahren durch hohe Nachfrage, begrenzte Kapazitäten und zunehmende Nutzungskonflikte geprägt. Dies betrifft Sport- und Schwimmstätten gleichermaßen. Sportvereine und die Öffentlichkeit sehen sich häufig mit langen Wartelisten, intransparenten Vergabeprozessen und erheblichem Verwaltungsaufwand konfrontiert. Die Vergabe von Nutzungszeiten erfolgt vielfach dezentral, uneinheitlich und teilweise nicht digital, wodurch eine effiziente Steuerung der vorhandenen Kapazitäten erschwert wird.
Deutlich werden diese strukturellen Defizite am Beispiel des Schwimmbads Wandsbek. Nach Angaben der städtischen Betreibergesellschaft Bäderland wird dort ab Februar 2026 der öffentliche Badebetrieb weitgehend eingestellt – und dies auf nicht absehbare Zeit. Das Bad soll in dieser Phase vorrangig für Schulschwimmen, Schwimmkurse, Vereinsangebote sowie weitere organisierte Nutzungen dienen, da es als Ersatzstandort für die Sanierungen des Schwimmbads St. Pauli und des Lehrschwimmbeckens Farmsen vorgesehen ist. Diese Entscheidung hat zu erheblicher Kritik bei Anwohnerinnen und Anwohnern geführt und macht deutlich, wie angespannt die Gesamtsituation der Schwimmstätten in Hamburg ist.
