Hamburg erlebt seit Jahren eine signifikante Zunahme von sommerlichen Hitzeperioden, die insbesondere in den dicht bebauten, strukturell benachteiligten Quartieren wie Steilshoop, Mümmelmannsberg oder im Osdorfer Born zu einer massiven gesundheitlichen und sozialen Belastung führen. Wohnungen, die aus den Baujahren der 1960er- bis 1980er-Jahre stammen, sind in der Regel schlecht gedämmt, weisen großflächige Fassaden aus Beton oder Klinker auf und verfügen über keinerlei bauliche Vorkehrungen, um Überhitzung effektiv zu verhindern.
Die Folgen sind dramatisch: Um 22.30 Uhr werden in zahlreichen Wohnungen Temperaturen von 28 Grad und mehr gemessen. Babys schreien, weil sie nicht zur Ruhe kommen. Kleinkinder wälzen sich schweißnass in ihren Betten. Eltern laufen verzweifelt mit feuchten Tüchern oder Ventilatoren von Zimmer zu Zimmer, um die Hitze zu lindern – oft vergeblich. Am nächsten Morgen müssen die Kinder in die Kita oder zur Schule und die Eltern zur Arbeit: übermüdet, gereizt und gesundheitlich angeschlagen. Wer in solchen Verhältnissen lebt, ist nicht nur einer erheblichen physischen Belastung, sondern auch einer permanenten psychosozialen Stresssituation ausgesetzt.
