Eine erfolgreiche Wärmewende braucht nicht nur ambitionierte Ziele, Strategien und Konzepte, sondern die zeitnahe Erschließung und Umsetzung von Potenzialen, die bisher noch ungenutzt bleiben. Dabei ist die mögliche Nutzung der Geothermie als eine Säule der Hamburger Wärmeversorgung seit Jahren Gegenstand politischer Diskussionen. Bereits im November des vergangenen Jahres hat die CDU-Bürgerschaftsfraktion mit ihrem Antrag „Erdwärme als Bestandteil der Hamburger Wärmeversorgung stärken“ (Drs. 23/2094) den Vorschlag unterbreitet, die erheblichen Potenziale der Tiefengeothermie in Hamburg systematisch, technologieoffen und wirtschaftlich sinnvoll zu erschließen.
Mit dem Beschluss des Geothermie-Beschleunigungsgesetzes im Dezember 2025 hat der Bund der Geothermie ein überragendes öffentliches Interesse zugewiesen und umfangreiche Maßnahmen zur Vereinfachung, Digitalisierung und Beschleunigung von Genehmigungs- und Gerichtsverfahren beschlossen. Gleichzeitig hat das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Masterplan Geothermie bereits im April 2024 einen klaren, umsetzungsorientierten Fahrplan vorgelegt, der konkrete Ausbauziele, Zuständigkeiten und finanzielle Instrumente miteinander verbindet. Dabei setzt das Land sich das Ziel, bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs bis 2045 durch Geothermie zu decken.
Auch Hamburg konnte mit ersten Projekten bereits wertvolle Erfahrungen sammeln, muss diese nun aber konsequent weiter ausbauen: In Wilhelmsburg wurden die Bohrungen erfolgreich abgeschlossen und liefern nun wichtige Erkenntnisse für die Nutzung von Thermalwasser in etwa 1.300 m Tiefe. Mit dem Reallabor IW3 – Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg wird derzeit ein wichtiges Projekt für die Hamburger Wärmewende umgesetzt. Die in diesem Rahmen gewonnenen Erkenntnisse müssen nun systematisch genutzt werden, um stadtweit weitere geothermische Potenziale zu erschließen.
