Die Alttextilsammlung in Hamburg befindet sich in einem zunehmend unhaltbaren Zustand. In vielen Stadtteilen sind Altkleidercontainer dauerhaft überfüllt, abgeklebt oder vollständig außer Betrieb. In der Folge kommt es regelmäßig zu massiven Vermüllungen im unmittelbaren Umfeld der Containerstandorte. Säcke mit Alttextilien, Hausmüll und Sperrabfällen prägen vielerorts das Stadtbild und belasten Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie die Stadtreinigung und die Bezirksämter.
Diese Entwicklung ist Ausdruck einer strukturellen Krise des Altkleidermarktes, die auch Hamburg in voller Härte erreicht hat. Sinkende Erlöse für Alttextilien bei gleichzeitig stark gestiegenen Sortier-, Transport- und Entsorgungskosten haben dazu geführt, dass gemeinnützige und gewerbliche Sammler ihre Sammelkapazitäten deutlich reduzieren oder sich vollständig zurückziehen. Gleichzeitig steigen die gesetzlichen Anforderungen an die getrennte Sammlung von Textilien, ohne dass bislang ein tragfähiges Finanzierungskonzept umgesetzt wurde.
