Eine verlässliche und transparente Datengrundlage ist Voraussetzung für eine wirksame Stadtgrün-, Klima- und Umweltpolitik. In Hamburg fehlt jedoch bis heute ein hinreichend belastbarer und konsistenter Überblick über die tatsächliche Entwicklung des Stadtgrüns. Trotz zahlreicher parlamentarischer Initiativen werden zentrale Para- meter weiterhin nur unzureichend oder gar nicht systematisch erfasst.
So ist bislang unklar, wie hoch der jährliche Verlust an Bäumen in Hamburg tatsächlich ist. Es existieren lediglich Schätzungen, da Fällungen nicht flächendeckend statistisch dokumentiert werden. In vielen Bezirksämtern werden ausschließlich Straßenbäume erfasst, während Baumfällungen in Parks, Grünanlagen oder auf sonstigen öffentlichen Flächen häufig nicht in offiziellen Statistiken auftauchen. Hinzu kommt, dass Straßenbäume, die rechtlich nicht der Stadt Hamburg gehören – etwa auf Grundstücken der Deutschen Bahn oder anderer öffentlicher Eigentümer – ebenfalls nicht berücksichtigt werden. Ein ausreichend belastbarer, realistischer Überblick über Fällungen, Nachpflanzungen und den tatsächlichen Netto-Baumbestand ist so derzeit nur eingeschränkt möglich.
