• Wahlkreis 11: Eilbek, Jenfeld, Marienthal, Tonndorf und Wandsbek

Drucksache: 23/2238 |
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Der Waschbär (Procyon lotor) breitet sich seit Jahren stark in Deutschland aus. In Hamburg ist die Population derzeit noch überschaubar, doch aus Städten wie Berlin, Kassel und Hannover ist bekannt, welche Probleme eine unkontrollierte Vermehrung mit sich bringen kann: Schäden an Gebäuden, Plünderung von Vogelbrutplätzen, Übertragung von Parasiten sowie Konflikte mit Anwohnerinnen und Anwohnern.

In Hamburg unterliegt der Waschbär seit 1993 dem Jagdrecht. Eine nachhaltige Bejagung ist jedoch in urbanen Gebieten kaum möglich und stößt zudem auf geringe Akzeptanz in der Bevölkerung. Außerdem ist die jagdliche Bekämpfung nicht unbedingt zielführend. Es gibt Hinweise aus der Wissenschaft, dass Bejagung bei Waschbären zu einer kompensatorischen Fertilität führen kann: Bei hohen Verlusten innerhalb einer Population reagieren die Tiere mit erhöhter Fortpflanzungsrate. Mehr Weibchen beteiligen sich früher an der Fortpflanzung, werden früher geschlechtsreif und die Wurfgrößen steigen. Die Folge ist, dass der Bestand in kurzer Zeit nicht nur wieder den ursprünglichen Umfang erreicht, sondern sogar weiter anwächst. Auffangstationen, die verletzte oder verwaiste Waschbären aufnehmen, sind häufig überfüllt – eine Wieder-Auswilderung ist derzeit jedoch rechtlich untersagt. Somit werden sie entweder zu Dauergästen in Pflegeeinrichtungen und damit unter anderem auch zu einer bleibenden finanziellen Belastung, oder sie werden von Jägerinnen und Jägern oder Veterinären getötet.